Knick-Senkfuß

 

WAS IST EIN KNICK-SENKFUß?

Als Knick-Senkfuß wird eine Fehlstellung des Fußes bezeichnet, bei der Senkfuß und Knickfuß miteinander kombiniert sind. Beim Senkfuß liegt eine Abflachung des Längsgewölbes an der Innenseite des Fußes vor. Das Fußgewölbe erscheint zwar normal, solange keine Belastung auf den Fuß ausgeübt wird (wie unter Umständen beim Sitzen). Sobald jedoch wie etwa beim Gehen, Stehen oder sportlichen Aktivitäten Druck auf dem Fuß lastet, flacht das Fußlängsgewölbe stark ab. In seiner stärksten Ausprägung flacht die Wölbung unter der Fußsohle komplett ab, sodass von einem Plattfuß gesprochen wird. Steht zudem der Knöchel seitlich nach innen vor und knickt der Rückfuß zur Innenseite hin ein, handelt es sich um einen Knick-Senkfuß. Betroffene treten das Fußbett im Schuh an der Innenseite meist stark durch. Zu Beginn haben Knick-Senkfuß-Patienten keine größeren Beschwerden. Bleibt der Knick-Senkfuß jedoch unbehandelt, kommen nach stärkeren Belastungen häufig Schmerzen unterhalb der Fußsohle auf. Zu den häufigsten Folgeerscheinungen beim Knick-Senkfuß zählen Knie-, Rücken- und Bandscheibenprobleme. Da die Abflachung des Fußgewölbes keine ausreichende Stoßdämpfung bei Belastung leisten kann, kommt es verstärkt zu Abnutzungserscheinungen. Der Knick-Senkfuß kann daher Auslöser einer Arthrose in den Fuß- und Kniegelenken sein.

WIE ENTSTEHT EIN KNICK-SENKFUß?

Der Knick-Senkfuß kann angeboren sein. Jedoch wird er im Laufe des Lebens häufig durch Übergewicht oder schwache Bänder und Sehnen erworben. Hauptsächlich sind Frauen zwischen 40 und 50 Jahren betroffen. Bei den meisten Patientinnen ist die Sehne geschwächt, die vom Unterschenkel in den Fuß zieht (Tibialis posterior).

Der Knick-Senkfuß kann ebenfalls als Folge eines Unfalls oder einer Sehnenerkrankung auftreten.

WAS HILFT BEI EINEM KNICK-SENKFUß?

Knick-Senkfuß-Patienten sollten möglichst viel barfuß gehen. Wann immer Schuhe getragen werden, sollten Einlagen benutzt werden. Knick-Senkfuß-Einlagen unterstützen das Fußlängsgewölbe. Der Fußinnenrand wird angehoben und die Ferse derart umfasst, dass die Muskeln und Bänder unterstützt werden. Sensomotorische Einlagen aktivieren die  fersenstabilisierende Muskulatur. Somit wird dem Einknicken des Fußes durch Kräftigung der Muskulatur nachhaltig entgegengewirkt. Das Tragen von Einlagen ist außerdem empfehlenswert um einer möglichen späteren Knick-Senkfuß-Operation vorzubeugen. Eine Knick-Senkfuß-OP wird meistens wegen der schweren Auswirkungen der Fußfehlstellung auf andere Bereiche des Körpers notwendig. Daher ist es besonders wichtig, frühzeitig mit der Therapie zu beginnen. Die Orthopädie-Schuhtechnik bietet noch weitere Möglichkeiten, Knick-Senkfuß-Symptome zu behandeln. So bieten etwa Schuhzurichtungen bei denen der innere Schuhrand erhöht wird, eine Alternative zu orthopädischen Einlegesohlen.

Welche orthopädische Lösung am besten für Sie geeignet ist, kann nur durch eine einegehende Anamnese bestimmt werden. Vorrausetzung dazu ist eine manuelle Untersuchung Ihres Fußes beim orthopädischen Schuhmacher unter Zuhilfenahme präziser Messmethoden. Nur so kann eine optimale Versorgung Ihres Fußes sichergestellt werden. Die Kombination eines analogen Blauabdrucks mit digitaler  Laufganganalyse (Pedographie) zeichnet ein klares Bild Ihrer individuellen Gehgewohnheiten und Belastungspunkte im Schuh.